Der Interviewleitfaden für wissenschaftliche Arbeiten

Interviewleitfaden

Für die Bachelor- Master- oder Doktorarbeit werden oft Interviews mit Experten oder Probanden durchgeführt, um Theorien zu untermauern oder zu falsifizieren.

Der Interviewleitfaden ist dabei notwendig, um eine exakt gleiche Orientierung für alle qualitativen Interviews zu erstellen und den Ansprüchen einer wissenschaftlichen akademischen Arbeit gerecht zu werden.


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Welche grundlegenden Formen des qualitativen Interviews gibt es?

  1. Strukturiertes Interview:
    Hier sind alle Fragen genau vorgegeben, Abweichungen sind nicht erwünscht. Die Kategorien für Antworten werden genau vorgegeben.
  2. Semistrukturiertes Interview:
    Hier erfolgt eine thematische Lenkung der Befragten, die Kategorisierung der Antworten ist jedoch weniger exakt, der Leitfaden kann im Laufe des Gesprächs abgeändert werden.
  3. Unstrukturiertes Interview:
    Hier entfaltet das Interview seine jeweils eigene Richtung im Laufe des Gesprächs, es gibt keine standardisierten Fragen, nur unspezifische Erzählaufforderungen. Hierfür ist beispielsweise ein Experteninterview geeignet, da es um die allgemeine Gewinnung von Erkenntnissen geht.

Auswahl der Fragetechnik

Die Auswahl der Art der Frage, also ob sie geschlossen oder offen sein soll, ist wichtig für die Gestaltung des Interviews. Zur Hypothesenüberprüfung enthält ein gutes Interview meist geschlossene Fragen, geht es um die erste Untersuchung einer vagen Theorie, sollte der Interviewleitfaden mehr offene Fragen beinhalten.

Beispiel einer offenen Frage: „Wie bewerten Sie die Maßnahmen Y zur Erhaltung von Z?“

Beispiel einer geschlossenen Frage: „Wann haben Sie das erste Mal XX wahrgenommen?“

In einem separaten Artikel erläutern wir noch einmal ausführlicher Frageformen und deren Anwendung.


Was ist die Struktur von einem Interviewleitfaden?

Die grundlegende Struktur eines guten Leitfadens für ein qualitatives Interview sieht folgendermaßen aus:

1. Einstieg: Auflockerung der Atmosphäre durch Small Talk, erste Fragen zu Alter und Person sowie die Einführung des Interviewpartners in die Thematik. Beispielfragen:
– „Wann/wo sind Sie geboren?“, „Haben Sie Kinder?“
– „Die Untersuchung hinter diesem Interview dreht sich um die Analyse des Einflusses von Medien auf den Schulerfolg von Jugendlichen.“

2. Hauptteil und eigentliche Interviewfragen: Hier werden die erstellten Fragen im Falle eines strukturierten oder semistrukturierten Interviews gestellt. Diese können offene oder geschlossene Fragen sein, was besser geeignet ist, hängt von dem Thema der Untersuchung und der Methode der Auswertung ab. Mögliche Beispielfragen des Hauptteils wären:

1. „Wie hoch ist Ihr Medienkonsum in Stunden pro Tag?“ (geschlossene Frage)
2. „Wie ist Ihr Notendurchschnitt in den letzten 6 Monaten gewesen?“ (geschlossene Frage)
3. „Welche Medien konsumieren Sie bevorzugt?“ (offene Frage)

3. Abschließende Informationen: Nach dem Dank für die Teilnahme wird der Interviewpartner über das weitere Vorgehen in Kenntnis gesetzt. Hierzu gehört, ob ihm Ergebnisse der Untersuchung zugänglich gemacht werden, ob weitere Interviewparts folgen und ob eine Preisverlosung oder Entlohnung stattfindet.


Organisatorische Voraussetzungen

Folgende Aspekte müssen in die Erstellung des Interviewleitfadens und in die Durchführung eines qualitativen Interviews integriert werden:

  1.  Einverständniserklärung der interviewten Person, dass die erhobenen Daten verwendet werden dürfen
  2. Datenschutzerklärung für den Schutz der persönlichen Daten sowie, dass diese unkenntlich gemacht werden im Falle einer eventuellen Rückverfolgung
  3. Das Interview muss im Nachhinein transkribiert werden, dieser Aufwand ist in die Gesamtrechnung einzubeziehen
  4. Suggestive Fragen sind in Interviews generell zu vermeiden, sie können zur Verfälschung der Antworten führen
  5. Die Interviewer müssen vor der Durchführung der Arbeit gebrieft werden, sodass sie den Ablauf des Interviews genau wie geplant durchführen können
  6. Die Länge des Interviews sollte gut geplant werden und ein klares und möglichst zeitiges Ende als Ziel haben, um die ausreichende Konzentration aller Beteiligten zu wahren. Gegebenenfalls ist eine Einteilung in mehrere Parts sinnvoll.

Bereits bei der Planung des Interviews sollten Sie bedenken, wie Sie dieses später transkribieren und auswerten möchten. abtipper.de hilft Ihnen dabei gerne als deutscher Marktführer für die Verschriftlichung von Audio- und Videodateien:

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Weitere Fragen und Antworten

 

✅ Was ist ein Interviewleitfaden?

Ein Interviewleitfaden ist eine Strukturierungshilfe für ein qualitatives Interview. Es enthält die vorgesehenen Themenblöcke und Fragen für das Interview und kann dem Interviewpartner vorab zur Vorbereitung zur Verfügung gestellt werden.

Üblicherweise besteht ein Interviewleitfaden aus folgenden Abschnitten:
1. Einstiegsfragen: Meist einfach zu beantwortende „Eisbrecher“-Fragen zur Aufnahme des Gesprächs.
2. Hauptteil: Eigentliche inhaltliche Fragen, die mit dem Interview beantwortet werden sollen.
3. Abschließende Informationen: Hinweise zu den nächsten Schritten und über Formales, z.B. Weiterverwendung der erhobenen Daten.

Für jeden Abschnitt gibt es unterschiedliche Frageformen, die sich anbieten.

✅ Was sind die Vorteile eines Leitfadeninterviews?

Vor allem für weniger geübte Interviewer ist ein Leitfadeninterview gut geeignet, um strukturiert vorzugehen, nicht abzuschweifen und nichts zu vergessen.

Grundsätzlich lebt aber ein Interview von der Interaktion der Gesprächspartner. Ein Interviewleitfaden ist daher eine gute Leitlinie, von der im Gespräch aber für interessante Nebenaspekte abgewichen werden darf. Der Leitfaden ist auch dann eine gute Gedankenstütze, welche Fragetechnik in welchem Abschnitt die größten Erkenntnisse versprechen.

✅ Wie erstellt man einen Interviewleitfaden?

Die Erstellung eines Interviewleitfadens geschieht üblicherweise in zwei Schritten:

1) Bei der Fragenentwicklung werden aus dem Erkenntnisinteresse die zu beantwortenden Fragen gesammelt. Hier wird noch keine Priorisierung vorgenommen.
2) Bei der Leitfadenenerstellung werden die gesammelten Fragen geordnet, zu Fragenblöcken sortiert und mit Hilfe der passenden Fragetechnik formuliert.

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